“The Solomon Key” von Dan Brown
5. January 2006
In den USA wird schon vor dem Erscheinen viel Aufhebens um Dan Browns kommenden Roman “The Solomon Key” gemacht.
Passend zum Spannungsaufbau in den Bestsellern aus den letzten Jahren wird das Marketing des neuen Romans durch Informationsschnipsel und Mutmassungen angeheizt. Die Veröffentlichung in den USA ist für Juli 2006 angekündigt, für die deutsche Fassung unter einem noch unbekannten Titel gibt’s noch keine Termine. Bei amazon kann man sowohl die gedruckte Fassung als auch das Hörbuch
vorbestellen.
Als Thema wählte Dan Brown diesmal laut vorinformierten Hellsehern die CIA, Freimaurer und Mormonen. Damit ist gewährleistet, dass es heftige Gegenreaktionen gibt, die ja auch schon bei “Sakrileg” – in jenem Fall seitens der katholischen Kirche und des Opus Dei – für eine schöne Welle der Aufmerksamkeit sorgten. Auf einer britischen Website, die freimaurerische Handelswaren vertreibt, macht man sich zumindest mal über Dan Brown und seinen Schreibstil lustig:
So the Solomon Key is really the Solo Monkey, which Dan Brown has been keeping in a cellar for the last ten years with a typewriter, hoping it writes a new Shakespearean masterpiece. Instead it just keeps turning out this tripe, which he sells.
Ein Forum beschäftigt sich mit Vermutungen über den Plot, eine Website verkündet das Un-Ereignis, dass noch nichts erschienen ist, und es gibt sogar schon einen Führer zum Roman, “The Guide to Dan Brown’s The Solomon Key”.
Robert Langdon bleibt Dan Browns Romanheld
Nach “Sakrileg”, “Illuminati”, “Meteor” und dem eher nachlässig ins Deutsche übertragenen “Diabolus” ist der Erfolg in Sinne einer self fulfilling prophecy wahrscheinlich nicht aufzuhalten. Spätestens in einem Jahr steht einer Verfilmung nichts mehr im Weg.
Tom Hanks hat nach der ersten Besetzung als Professor Robert Langdon in der Verfilmung von Sakrileg einen ähnlichen Dauerjob ergattert wie Harrison Ford in seiner Abo-Rolle als Indiana Jones (damals, als wir alle noch knusprige Knaben und rotbackige Mäderl waren).
Abgesehen vom Marktingereignis wird der Roman sicher als Lesestoff interessant werden. Obwohl, der Weg zur Enttäuschung ist kurz:
- Kann Dan Brown vermeiden, Klischees und erfolgreich angewandte Regietricks routiniert und fad werden zu lassen?
- Treten die Plattheiten in der Sprache und Handlung aus “Diabolus”, von denen in “Sakrileg” nichts mehr zu spüren war, wieder auf?
Warten wir’s ab. In der Zwischenzeit: Nägelbeißen! Oder was von Lee Child lesen…